Osnabrück: Schüler beim Sport gefährdet! Wenn Eltern betteln müssen.

Parteipolitik auf Biegen und Brechen. Rot/Grün wollen Gymnasien austrocknen

Die Sachlage:

Die Sporthalle am Graf Stauffenberg Gymnasium (GSG) und der Bertha von Suttner Realschule wird von den aktuell 910 Schülerinnen und Schüler am Graf Stauffenberg Gymnasium und 516 Schülerinnen und Schüler der Bertha von Suttner Realschule regelmäßig genutzt. Außerdem benötigen viele regionale Vereine im Süden der Stadt die Sporthalle für Training und Spiele. Die Halle wird seit Jahren an oberster Stelle in der Prioritätenliste der Stadt für die Sanierung geführt. Bereits im Jahr 2009 wurde eine Prioritätenliste beschlossen. Damals war die Sanierung der Halle der Heilgenwegschule gerade abgeschlossen und die Halle an der Backhausschule in Bau. An der ersten Stelle der Sanierungsliste stand danach die Halle des Carolinums. Direkt danach sollte die Halle am GSG in Angriff genommen werden.
In einer Vorlage der Verwaltung aus dem Jahr 2010 sind bereits folgende Mängel aufgeführt: das Dach ist undicht, die Fassade und der Boden defekt, die Akustik und die Umkleiden sind unzureichend und die Haustechnik schadhaft. Trotz immer wieder vorgenommener „Flickschusterei“ ist der Zustand der Halle nicht besser geworden. Die bereits damals genannten Schäden bestehen noch immer.

Aktuell stellt sich die Situation folgendermaßen dar: Das Dach ist immer wieder undicht. Aktuell konnte zwar ein Loch geflickt werden, an anderen Stellen tropft es aber weiterhin und bei Wind wird immer wieder Regen durch die große Fassade mit Glasbausteinen gedrückt, so dass es zu Feuchtigkeit und Pfützen kommt. Die riesigen Glasbausteinwände auf beiden Seiten des Gebäudes sind seit langem stark beschädigt. Glasbausteine oder Teile davon fallen aus der Wand. Der Wind pfeift durch die Halle. Auf der Fensterbank finden sich regelmäßig große Glasscherben. Vor etwa zwei Jahren wurde von innen provisorisch Maschendraht vor die Glasbausteine gespannt. Dieser kann vielleicht zum Teil verhindern, dass Bälle ungebremst gegen die Glasbausteine prallen. Der grobmaschige Draht kann aber nicht unterbinden, dass Glasscherben auf den Hallenboden fallen. Zum Glück wurde bisher noch keine Schülerin und kein Schüler getroffen.

Gleichzeitig ist die Heizung defekt. Teile der Heizkörper sind abgeklemmt und mit großen Holztafeln verkleidet worden, da akute Verletzungsgefahr bestand. Auch ein Teil der Warmluftzufuhr funktioniert nicht mehr. Im Winter wird somit häufig noch nicht einmal mehr 10° Celsius Hallentemperatur erreicht. Die Sporthalle entspricht in keiner Weise den aktuellen Erfordernissen. Eine zeitgemäße Ausstattung fehlt. Dadurch ist weder ein entsprechend den Lehrplänen geforderter mediengestützter Unterricht, noch die Ausrichtung von übergreifenden Sportfesten möglich.

Die Duschen waren mit Legionellen verseucht. Auch dies wurde provisorisch repariert. Die Warmwasseranlage wurde dazu radikal verkleinert. In den beiden Duschräumen gibt es jetzt jeweils nur noch vier Duschen. Das reicht unmöglich, wenn eine Klasse oder eine Vereinsmannschaft duschen möchte.

Der Boden wird ebenfalls immer wieder notdürftig geflickt und hat viele Unebenheiten, Risse und Ablösungen. An den Wänden und Säulen fehlt ein erforderlicher Prallschutz. Es gibt keinen abgeschlossenen Geräteraum. Vielmehr stehen die Geräte entgegen heutigen Sicherheitsstandards in einer offenen Wandnische der Halle direkt neben dem Spielfeldrand. Die Verletzungsgefahr in diesem Bereich ist erheblich. Dies gilt ebenso für die Sprossenwand und andere Stolperstellen in der Halle. Weiterhin fehlen getrennte Lehrerumkleiden für Frauen und Männer und die Fluchtwege sind ebenfalls weit entfernt vom heutigen Standard. Dies gilt insbesondere für die enge Treppe zum Fahrradkeller, die bei der Nutzung durch Vereine üblicherweise der einzige geöffnete Zugang ist.
Sieben Jahre nach der ersten Festsetzung einer Prioritätenliste durch Beschluss des Rates im Jahr 2009 ist die Halle des Carolinums nun seit zwei Jahren fertig gestellt. Für die Halle beim GSG, deren Sanierung direkt danach angesetzt war, gibt es bis heute k eine fundierte Vorplanung. Andere Bauvorhaben wurden entgegen der Prioritätenliste dazwischen geschoben. Dies waren die Schlosswallhalle, die bereits im Mai 2014 fertig gestellt wurde und dann der Neubau der Grundschule Sutthausen, der nach einem Brand ebenfalls dazwischen geschoben wurde. Nun soll die Sporthalle in Eversburg offenbar ebenfalls vorgezogen werden soll. Diese Halle stand im Jahr 2009 allerdings noch gar nicht auf der Liste und im Jahres 2014 an der achten und damit letzten Stelle der Prioritätenliste für die Sporthallen.

Bereits im Frühjahr 2010 gab es dann einen offiziellen Beschluss, die Planung für die Sporthalle am Graf Stauffenberg Gymnasium und der Bertha von Suttner Realschule aufzunehmen. diesen gilt es nun schnellstmöglich umzusetzen.

Es ist in der derzeitigen Situation zu befürchten, dass die weitere Durchführung von Sportunterricht für zusammen über 1400 Schülerinnen und Schüler durch die Gemeindeunfallversicherung untersagt wird. Da es an geeigneten Ausweichmöglichkeiten fehlt, ist zu befürchten, dass hier der Sportunterricht ersatzlos gestrichen werden muss. Zudem ist es nicht hinnehmbar, dass die Schüler hier unmittelbarer baubedingter Gefahr ausgesetzt werden. Man mag sich nicht vorstellen, was passiert, wenn ein Schüler hier beispielsweise von einer herunterfallenden Scheibe getroffen wird, oder am losgelösten Boden hängenbleibt und schwere Verletzungen erleidet.

Aufgrund der erheblichen Mängel und dem Umstand, dass diese bereits sehr lange bekannt sind, ist es unabdingbar, nunmehr endlich entsprechend der selbst auferlegten Prioritätenliste vorzugehen und zunächst die Planung und anschließend die Umsetzung für die Sporthalle am Graf Stauffenberg Gymnasium und der Bertha von Suttner Realschule vorzunehmen. Inwieweit sich eine Sanierung der Sporthalle an der IGS Eversburg danach aus den Haushaltmitteln darstellen lässt, ist verlässlich erst nach einer Kostenschätzung für die Sanierung der Sporthalle am Graf Stauffenberg Gymnasium und der Bertha von Suttner Realschule zu prognostizieren, so dass die derzeit zur Verfügung stehenden Haushaltmittel zunächst entsprechend der Prioritätenliste bereitgestellt werden sollten.

Diese unheilige Allianz Rot/Grün werden wir bei der Kommunalwahl am 11. September 2016 ablösen. 

Michael Florysiak

Ratsmitglied im Rat der Stadt Osnabrück

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